Heidelberg

Heidelberg

muss man sich mal ohne Schloss vorzustellen versuchen. Es bliebe die Altstadt, die zwar schön, aber nicht sensationell ist. Vor allem erscheint sie sehr groß, weil jeder, der zum Schloss will, sie einmal komplett druchqueren oder besser durchlängen muss. Das ist zwar nicht langweilig, aber mühselig, weil man nie allein dabei ist, ganz im Gegenteil. Und wer nicht zum Schloss will, will zur Uni oder in ein Café oder Weinlokal oder Ähnliches. Die Auslastung der Hauptstraße, was ein origineller Name für die Fußgängerzone ist, ist somit garantiert. Und weil man eh nie schnell vorwärts kommt, sollte man in die Nebenstraßen blicken, man hat immer einen Berg im Hintergrund und so die Illusion eines Gebirgsorts. Und wer nicht gucken will, der hört den Sprachen der Welt zu.

Objektivbewertung:

von 5

Das Schloss bzw. dessen Ruine steht an erster Stelle, dann ein Altstadtlängsgang, die Alte Brücke und ggf. der Bergfriedhof. Wer den Blick von oben mag mit etwas weniger Gedränge, geht auf der anderen Flussseite über den Philosophenweg.

Augsburg

Augsburg

wird in erster Linie mit den Fuggern und insbesondere der Fuggersiedlung verbunden, die wohl die zentrale Attraktion der Stadt ist, zumindest eine, mit der andere Städte nicht aufwarten können. Man könnte von einem Traum in Ockergelb sprechen oder auch einem Beitrag zur Diskussion über moderne Wohnformen.

Objektivbewertung:

von 5

Die Stadt ist einerseits eine typisch bayerische Stadt (wenn auch in bayerisch Schwaben) mit vielfach bunten Fassaden, andererseits eben die Fuggerstadt in monochrom.

Wolfenbüttel

Wolfenbüttel
verfügt über eine weitgehend unversehrte Altstadt mit vielen Fachwerkgebäuden, die umfangreich saniert und durch nicht immer passende Gebäude ergänzt worden. Zentrale Attraktion dürfte das Schloss sein, eine Mischung aus Stadt- und Wasserschloss und auf jeden Fall schön bunt. Auch bedeutend ist die Herzog August Bibliothek.

Objektivbewertung:

von 5

Wohn- und Geschäftsstraßen im Fachwerk-Muster, dazu gelegentliche Bausünden, einige Prachtbauten – und alles nur wenige Kilometer südlich von Braunschweig.

Bacharach

Bacharach

ist ein typisches Städtchen im Mittelrheintal mit all den Zutaten, die man dort erwartet: enge Gassen mit nicht allzu wenigen Weinlokalen, Weinberge im Blickfeld, eine Burg obendrüber, ein paar Hundert Meter Uferpromenade nebendran und Bahngleise mittendurch. Auch wenn die dort verkehrenden Güterzüge wenig zur Romantik beitragen, sind die Orte so doch umweltfreundlich zu erreichen.

Bacharach gehört zu den beliebteren Orten, weswegen Tourenveranstalter die eine oder andere Gruppe an der Rhein-Wein-Romantik teilhaben lassen. Wer nach dem Besuch eines oder mehrerer Weinlokale Orientierung sucht, hat dafür diverse Stadttore zur Verfügung. Dazu kommen verschiedene Kirchen inklusive einer Ruine.

Objektivbewertung:

von 5

Hier liegt alles beieinander, was man am Rheinufer sucht. Ziemlich zentrale Lage im schönsten Teil des Rheintals. Kein Geheimtipp!

Worpswede und Fischerhude

Worpswede und Fischerhude

haben erst einmal nichts miteinander zu tun, außer dass beide Orte sich auf ihre Weise als Künstlerdörfer sehen und nahe beieinander liegen. Fischerhude bietet mehr dörflichen Charme (anders gesagt: wenig bis nix los). Neben schönen Wohnhäusern fallen die kleinen Verkaufsauslagen am Straßenrand auf. Der kleine Friedhof an der Liebfrauenkirche wartet mit schön gestalteten Grabsteinen auf.

In Worpswede, ungleich bekannter als Fischerhude, dominieren die Touristengruppen. Mehrere Museen zeigen Werke der ehemaligen Künstlerkolonie. Sie sind auch von außen sehenswert – es schadet nicht, gut zu Fuß zu sein.

Die Anreise ohne Auto ist eine Herausforderung. Fischerhude erreicht man nur in der Woche halbwegs erträglich mit dem Bus ab Bremen. Nach Worpswede fahren öfter Busse (ab Bremen oder Scharmbeck), am Wochenende im Sommer auch der Moorexpress.

Objektivbewertung:

von 5

Zu Künstlerdörfern mag man unterschiedlicher Meinung sein. Wer sich beide hintereinander ansieht (sie liegen ca. 20 Minuten entfernt), wird seinen Favoriten finden.

Duisburg

Duisburg

kann durchaus romantische Gefühle wecken – das sind dann aber industrieromantische. Das, was eine Stadt für Besucher typischerweise interessant, findet man in Duisburg eher nicht. Dafür vieles, was andere nicht haben. Sie ist z. B. das ziemlich genaue Gegenteil von Düsseldorf, das nur wenige Kilometer entfernt ist. Es gibt einen Hafen – teils noch klassisch in Betrieb, teils modernisiert und umgenutzt, Stahlwerke mit rauchenden Schloten oder als Open-Air-Museum, ein Rheinufer mal mit Schafen und Wiesen, mal mit Industrie und Kraftwerken und nebendran mit Düsseldorf und Oberhausen das gesamte soziale Spektrum des Landes.

Objektivbewertung:

von 5

Für Fotografen ist Duisburg eine der originellsten Städte Deutschlands. Die Entfernungen sind nicht ohne – mit einem gemütlichen Spaziergang lässt sich nichts ausrichten.

Landsberg am Lech

Landsberg am Lech

liegt zwar an der Romantischen Straße, wird aber weniger beachtet als Rothenburg oder Dinkelsbühl. Was schade ist, denn allein schon durch die bunten Fassaden versprüht die Stadt Freude und Lebendigkeit. Das schräge Lechwehr verstärkt den Eindruck, eine Stadt am Wasser zu sein. So bietet die Stadt schöne Perspektiven über das Wasser, vom Hügel, durch die Torbögen oder über den Hauptplatz.

Objektivbewertung:

von 5

Zählt mit Görlitz, Wasserburg, Weißenburg zu den buntesten Städten des Landes. Bei schönem Wetter Urlaubsatmosphäre.

Rottweil

Rottweil

ist allein schon durch die Hunderasse, die tatsächlich nach der Stadt benannt wurde, bekannt. Dazu kommen noch besondere Fastnachtsumzüge und seit Kurzem auch ein Aufzugstestturm mit der höchsten Aussichtsplattform in Deutschland. Für eine Stadt, die sonst eher stolz auf ihre Vergangenheit ist, nicht schlecht. So fallen als erstes die zahlreichen und kunstvollen Ladenausleger und Fassadenmalereien in den Einkaufsstraßen auf. Im Münster sind die Zunftlaternen einen Blick wert.

Objektivbewertung:

von 5

Bunt und reich verziert, mag der erste Eindruck sein. Und tatsächlich ist hier fast alles ziemlich filigran.

Konstanz

Konstanz

ist allein schon aufgrund seiner Lage ein echtes Unikum. Die Stadt geht praktisch fließend in die Schweiz über, wenngleich der Verkehr nur selten fließt – dann schon eher der Bodensee auf der anderen Seite. Trotz der Randlage ist sie auch ein Zentrum für Touristen der Bodenseeregion, denn sie bietet neben Bootsverbindungen auch ein bisschen Stadt- und Ausgehatmosphäre. In erster Linie fallen die Wandmalereien und -figuren auf. Auch wenn es komisch aussehen mag: Man sehe beim Gehen bevorzugt nach rechts oder links, irgendetwas würde man sonst immer verpassen.

Objektivbewertung:

von 5

Stilvoll würde man per Boot ankommen. Belohnt wird man mit individuellen und originellen Eindrücken, die Stadt wirkt aber weit weniger harmonisch, als man vielleicht denkt. Sie ist eben auch Studenten- und Einkaufsstadt.

Herborn

Herborn

ist ein prima Ausflugsziel für einen Nachmittag. Wenn man sich nicht entscheiden kann, ob man lieber Fachwerkidylle oder grauen Schiefer haben möchte, ist man hier richtig. Quasi eine Mischung aus Mittelhessen und Sauerland. Die Innenstadt ist komplett erhalten (wie üblich mit sehenswertem Rathaus), ein paar Meter höher thront auch ein Schloss. Wer auf der A 45 vom Ruhrgebiet ins Rhein-Main-Gebiet fährt, hat für einen Zwischenstopp eine schöne Alternative zu Freudenberg (nördlich von Siegen, dort aber nur Fachwerk in Schwarz-Weiß).

Objektivbewertung:

von 5

Gilt offiziell als Fachwerkstadt – da haben andere Städte aber mehr zu bieten. Hier kann das Auge bei gepflegtem Grau auch mal entspannen. In der Umgebung sind auch Freudenberg, Bad Berleburg und Dillenburg interessant.