Neuruppin

Neuruppin

ist bekannt als Geburtsstadt von Theodor Fontane, allerdings auch für diverse Korruptionsfälle anfang dieses Jahrtausends. Wie sich das mit dem Sitz der Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Korruption in Brandenburg verträgt, ist wohl kaum zu klären. Nach einem Flächenbrand wurde die Stadt um 1800 wiederaufgebaut und war lange Zeit Garnisonsstandort. Vor allem für Berliner dient sie auch als Ausflugsziel. Die Lage am Ruppiner See führt zu einer entspannten Atmosphäre. Eine Kirche wird als Kulturhaus genutzt (Kulturkirche), im Tempelgarten findet man einige Skulpturen und einen Apollotempel.

Objektivbewertung:

von 5

Neuruppin ist nicht der Ort herausragender Sehenswürdigkeiten, bedingt durch die Geschichte ist das Stadtbild recht harmonisch. Einige Straßen und Plätze sind weitläufig, Radtouren und Bootsfahrten sind ebenfalls Tourismusthemen der Stadt.

Stendal

Stendal

liegt in der alten Mark Brandenburg in einer ziemlich einsamen Gegend – aber mit ICE-Anschluss. Zumindest morgens und abend hält er sogar, ansonsten gibt es noch eine IC-Linie. Auch im deutschen Recht hat sich die Südumfahrung Standal auf der Schnellfahrstrecke verankert. Wer die Anreise geschafft hat, kann sich erst einmal auf eine geballte Ladung Backsteingotik gefasst machen, vor allem in Form von Kirchen und Türmen. Die Marienkirche dürfte dabei deutlich interessanter sein als der Dom, insbesondere mit dem deutlich bescheidener wirkenden Rathaus davor und dem Roland nebendran. Originell ist auch die Stadtbibliothek in einem ehemaligen Kloster.

Objektivbewertung:

von 5

Da es auch gute Nord-Süd-Verbindungen gibt, ist die Bahnanbindung von Stendal fast schon paradiesisch. Je nach Verbindung dauert es nach Berlin genauso lange wie nach Magdeburg. Das nächste rotbraune Backsteinparadies befindet sich nur wenige Kilometer entfernt in Tangermünde. Ziemlich viel brandenburgtypischer Charme in Sachsen-Anhalt.

Sulzbach-Rosenberg

Sulzbach-Rosenberg

ist als Stahl- und Bergbaustadt bekannt geworden und war Sitz der Maxhütte (in Rosenberg), die sich seit einiger Zeit in einer unklaren Rückbau- oder Umnutzungsphase befindet. Was von dem riesigen Industriedenkmal übrig bleibt, ist wohl offen – ein Ausflug nach Völklingen hätte helfen können. Der schönere Teil der Stadt ist Sulzbach. Hier findet man eine kleine, farbige Altstadt mit Schloss, Marienkirche, gotischem Rathaus. Interessant ist es auch, nach Symbolen für die Bergbauvergangenheit in der Stadt zu suchen.

Objektivbewertung:

von 5

Die Region östlich von Nürnberg ist stark von Strukturwandel geprägt, bietet aber auch Besuchern, die sich für Bergbau und Stahlindustrie interessieren, einiges Sehenswerte. So liegt SuRo an der Bayerischen Eisenstraße. Der Stadtteil Sulzbach ist nicht aufgesetzt oder für den Tourismus herausgeputzt, lohnt vielleicht gerade deswegen den Besuch.

Ingolstadt

Ingolstadt

ist bekannt als einkommenstarke Auto- und Industriestadt, aber auch eine der am stärksten wachsenden Deutschlands. Gleichzeitig verfügt sie über eine der besterhaltenen Altstädte mit Bauten aller Epochen seit dem 14. Jahrhundert. Die Musik spielt praktisch an der Wand, kaum sonstwo findet man so viele Malereien und Figuren an Häuserwänden und oben drüber schöne Giebel. Aus dem Barock sind sicherlich die Alte Anatomie und die Asamkirche Maria de Victoria (man beachte die Deckenmalerei) die Höhepunkte. Um die Altstadt herum warten noch die Stadtmauer und ihre Türme auf Beachtung.

Objektivbewertung:

von 5

Ingolstadt gehört zu der Reihe bayerischer Schmuckstücke, die auch noch wirtschaftlich erfolgreich sind. Regensburg treibt es dabei noch ein Stück weiter, aber hier fühlt man sich nicht gleich wie im Urlaub. Westlich von Ingolstadt liegen auch mehrere Städte, die sonst gerne mal übersehen werden, etwa Neuburg an der Donau, Weißenburg oder Eichstätt.

Salzgitter

Salzgitter

ist eine der jüngsten deutschen Städte überhaupt. Sie wurde erst 1942 gegründet, bestehend aus einer Reihe von Dörfern und Siedlungen, überwiegend mit Bezug zum Stahlkonzern Salzgitter AG, aber auch einem veritablen Sol-Bad. So erstrecken sich heute etliche Siedlungen über eine vergleichweise große Fläche, kämpfen aber kontinuierlich um den Status einer Großstadt. Die Aufgabe des historischen Zentrums übernimmt Salzgitter Bad, größter Stadtteil ist Lebenstedt. Es gibt tatsächlich einige Schlösser und Burgen in unterschiedlichen Stadtteilen, Fachwerkensembles in Salzgitter Bad. In Lebenstedt findet man die modernen Hochhäuser, aber auch innenstadtnahe Bademöglichkeiten. Hauptattraktion ist der Turm der Arbeit in der Fußgängerzone.

Objektivbewertung:

von 5

Fürs Fachwerk muss man nicht nach Salzgitter, davon gibt es einige Kilometer weiter südlich im Harz mehr. Eher geht es um die Frage, ob man modernen Wohnkomplexen etwas abgewinnen kann. Oder man kann auch ein Gewinnspiel veranstalten, wo es am schönsten ist. Immerhin ist es nicht so eintönig wie vermutet.

Tann (Rhön)

Tann (Rhön)

ist ein kleiner Ort in Osthessen an der Grenze zu Thüringen, also ehemaliges Zonenrandgebiet. Dass sich in solchen Lagen manche historische Perlen (in Hessen immer mit Fachwerk) finden, ist nichts Neues. Originell ist der Schlosskomplex mit einem roten, blauen und gelben Schloss. Dazu gibt es ein Freilichtmuseum, sehenswertes Fachwerk (Elf-Aposteln-Haus z. B.) und ein ordentliches Stadttor.

Objektivbewertung:

von 5

Neben dem kleinen, aber sehenswerten Ortskern bietet Tann auch eine Perspektive im Wortsinne: Den Ausblick auf Thüringen auf drei Seiten: Zu Mauerzeiten war der Ort größtenteils von DDR umgeben. Heute kann man immerhin mit dem Auto den langsamen Weg von z. B. Meiningen nach Fulda nehmen und sich Tann ansehen – eine Tour, die sich lohnt.

Minden

Minden

ist eine der Städte, bei denen man erst nicht so recht weiß, warum man dort hin soll, dann aber doch eine ganze Reihe origineller und sehenswerter Dinge findet. Technisch Interessierte wissen, dass es dort ein Wasserstraßenkreuz gibt: Weser und Mittellandkanal kreuzen sich dort auf zwei Ebenen. Kulturell Interessierte werden zum Mindener Museum gehen, was von außen eine originelle Konstruktion ist: Es besteht aus einer Häuserzeile im Weserrenaissance-Stil. Religiös Interessierte steuern den Dom im romanisch-gotischen Stil an. Weiter gibt es u. a. einige Fachwerkhäuser (insb. das sog. Windloch) und die Fischerstadt, ein Altststadtteil mit einigen sehr engen Gassen.

Objektivbewertung:

von 5

Dass eine Stadt mit Geschichte davon noch einige Belege vorzuzeigen hat, sollte man erwarten können. Hier gibt es von allem etwas, gespickt mit aktuellen Bausünden und natürlich der Möglichkeit zu langen Radtouren an der Weser entlang.

Torgau

Torgau

liegt zwischen Leipzig und Cottbus und damit ziemlich weit ab vom Schuss. Für die meisten Besucher zieht sich die Anreise über Bundesstraßen oder mit der S-Bahn (!) eine ganze Weile hin, dafür findet man einen historisch bedeutsamen Ort – natürlich auch für die Reformation. Die Stadt ist wesentlich vom gotischen und Renaissance-Stil geprägt, Gelb die vorherrschende Farbe. Zentrale Sehenswürdigkeit ist das Schloss Hartenfels am Elbufer, es lohnt sich vor allem auch, drumherum zu laufen.

Objektivbewertung:

von 5

Torgau ist aufgrund der Lage keine Stadt, die man mal ganz nebenbei ansehen kann. Es sei denn, man ist auf der B 87 unterwegs, und die zieht sich ganz schön… Zwischen Spreewald und Leipzig wäre Torgau der beste Halt. Man kann konkret auf Besichtigungstour gehen, aber auch einfach durch die Straßen spazieren.

Aue

Aue

steht historisch für Bergbau und aktuell für Fußball, immerhin hält sich die Mannschaft der kleinen Stadt stabil in der zweiten Liga. Ein Standort großer Sehenswürdigkeiten ist Aue nicht, die ordentliche Zahl stilvoller Altbauten mit klassizistischem Einschlag oder Jugenstilelementen lässt aber auf eine bedeutendere Vergangenheit schließen. Monumentale Plattenbauten findet man auf der Anhöhe, schöner sind sie aber von innen als von außen.

Objektivbewertung:

von 5

Das Erzgebirge ist bekanntlich eine Mischung aus Gebirge und Industrie. In jeder Stadt findet man einige Überbleibsel aus der industriellen Blütezeit. Während es am Stadtrand meist bergauf geht, geht es mit der Einwohnerzahl bergab. Und dann sind wir wieder in der Gegenwart.

Ludwigsburg

Ludwigsburg

vermarktet sich selbst als blühendes Barock, was ziemlich speziell ist und letztlich auch stimmt. Die Stadt wird dominiert von ihren Barockschlössern, im Sommer ergänzt durch blühende Parkanlagen. Halbwegs beeindruckend ist auch der große Marktplatz – eine fotografische Herausforderung, etwas anderes als “Leere” darzustellen. Der Rest der Stadt fällt dagegen deutlich ab.

Objektivbewertung:

von 5

Die Arbeitsteilung mit stuttgart besteht wahrscheinlich darin, dass der Ludwigsburger in der Woche zum Arbeiten nach Stuttgart fährt, dafür der Stuttgarter am Wochenende für Besichtigungen und Spaziergänge nach Ludwigsburg kommt. Es gibt im Stuttgarter Umland auch nicht so viele Möglichkeiten, dem Fachwerk zu entgehen.