Wittenberg

Wittenberg

oder vollständig Lutherstadt Wittenberg hatte ihre Blütezeit im 15. und 16. Jahrhundert und ist Keimzelle der Reformation. Das Stadtbild ist geprägt von historisch bedeutsamen Gebäuden und Kirchen. Die Schlosskirche steht im Zusammenhang mit den 95 Thesen Luthers, die Stadtkirche bietet das imposanteste Fotomotiv. Museen beschäftigen sich mit Luther, Cranach und Melanchton. Besucher haben es leicht, weil alles Wichtige an der Collegienstraße liegt, hier muss man einfach nur ein paarmal auf und ab gehen.

Objektivbewertung:

von 5

Viel Geschichte auf kleiner Fläche. Man kann sich Tage lang mit Wittenberg beschäftigen, man kann aber für zwei Stunden aus dem Zug aussteigen und einen kleinen Stadtrundgang machen. Der ICE nach Berlin macht das ziemlich bequem.

Siegen

Siegen

sei noch schlimmer als verlieren, ist ein gängiger Spruch. Wirklich schön ist die Stadt in der Tat nicht, die Lage im Tal eignet sich auch nicht allzu gut für eine Großstadt. Immerhin haben zwei Schlösser den Zweiten Weltkrieg überstanden, übersichtlich als Oberes und Unteres Schloss bezeichnet. So kann man in der Innenstadt auch bergauf und bergab gehen und hat irgendwann eine Aussicht, wenn auch nicht auf einen mittelalterlichen Stadtkern. Letztlich kommt es aber immer drauf an, was man draus macht – und das heißt in Siegen oft genug, die Schaltkästen mit Stadtmotiven zu bemalen.

Objektivbewertung:

von 5

Siegen ist durchaus ein Einkaufsparadies für die weitere Umgebung, die nächste ernstzunehmende Stadt wäre dann erst wieder Köln. Da mehr oder weniger alles an einem Hang liegt, hat man zumindest auch immer den Überblick.

Paderborn

Paderborn

steht in der öffentlichen Wahrnehmung meist erst einmal für Kirche. Der Paderborner Dom ist die bedeutendste Sehenswürdigkeit, religiöse Einrichtungen prägen die Stadt. Das Diözesanmuseum auch mit seiner gewöhnungsbedürftigen Fassade, Dabei ist Paderborn aber auch so etwas wie eine Wiege der Informationstechnologie, im Wesentlichen verbunden mit dem Namen Heinz Nixdorf. Im alten Firmengebäude befindet sich heute das größte Computermuseum der Welt. Und gelegentlich taucht der Name auch im Fußball auf.

Objektivbewertung:

von 5

Der Dom ist auch fernab religiöser Motivation einen Besuch wert. Ganz profan ist Paderborn aber auch eine Einkaufsstadt und ein Wirtschaftszentrum mit großem Einzugsgebiet. Im Vorort Schloss Neuhaus ist auch das Schloss Neuhaus zu besichtigen.

Ilfeld

Ilfeld

ist, wenn man vom Süden kommt, das Tor zum Harz, und so gehört das Städtchen inzwischen auch zur künstlich geschaffenen Gemeinde Harztor. Es ist auch der stilvolle Zugang, denn hier fährt die Harzquerbahn ins Gebirge – die dampfbetriebenen Züge sind transporttechnisch ziemlich nutzlos, aber für Menschen mit Zeit ein, wenn auch teures, Erlebnis. Ilfeld muss eine Menge Durchgangsverkehr verkraften, so dass oft der Blick für die Fachwerk- und/oder verfallende Fassaden verloren geht. Das ist schade.

Objektivbewertung:

von 5

Das Nadelöhr am Südende des Harzes sollte zu einem Stopp veranlassen. Zumindest, bis ein Zug der Harzquerbahn mit Rauchwolke passiert hat. Dann kann es weiter gehen.

Hachenburg

Hachenburg

ist ein ziemlich kleines Städtchen mitten im Westerwald. Es wird dominiert vom Schloss, das nach diversen Besitzerwechseln aktuell die Hochschule der Deutschen Bundesbank beherbergt. Daneben befindet sich der zentrale Platz der Stadt, der Alte Markt. Hier dominieren Giebel- und Fachwerkhäuser und die Kirche des ehemaligen Franziskanerklosters. Die Fußgängerzone ist die Flaniermeile der Stadt und führt vom Markt zum Busbahnhof. Auf der anderen Seite des Marktes findet man die Stadtbücherei mit einem Lesegarten.

Objektivbewertung:

von 5

Die Stadt sieht sich selbst als Perle des Westerwalds. Verkehrt ist das sicher nicht, es gibt auch nicht allzu viel Konkurrenz. Auf jeden Fall ist sie zentraler Anlaufpunkt für alle Arten kultureller Aktivitäten. Und hat Bahnanschluss – wenn auch einen sehr langsamen.

Frankenberg

Frankenberg

ist eine nordhessische Kleinstadt mit Rathaus. Das ist natürlich kein Kunststück, doch das Rathaus ist die zentrale Attraktion der Stadt. Es handelt sich um eine Konstruktion mit zehn Türmen, die für die damaligen Zünfte in der Stadt stehen. Im Erdgeschoss befindet sich eine (ehemalige) Markthalle. Weiterer Blickfang der Stadt ist die höher, am Burgberg gelegene Liebfrauenkirche. In der Innenstadt sind vor allem um den Obermarkt einige Fachwerkhäuser erhalten geblieben. Die in Richtung Eder gelegene Fußgängerzone erscheint recht groß für eine kleine Stadt.

Objektivbewertung:

von 5

Frankenberg ist eher als Wirtschaftsstandort bekannt denn als touristisches Ziel. Die Bahnanbindung ist vor einiger Zeit ausgebaut worden, das Ederufer für die Freizeitnutzung umgestaltet. In der Umgebung gibt es mehrere (Kurz-)Urlaubsregionen: Edersee, Winterberg, Rothaargebirge. Und viele Fernradwege.

Detmold

Detmold

ist Standort eines großen Freilichtmuseums, eines Fürstlichen Residenzschlosses, diverser Theater, einer Musikhochschule in einer ehemaligen Schlossdependance. Davor fließt ein Kanal, der als Beispiel barocker Wasserbaukunst gilt. Das überdimensionale Hermannsdenkmal vor den Toren der Stadt wirkt dagegen eher unbedeutend. In der Innenstadt findet man unterschiedlichste Stilrichtungen, Mittelpunkt ist der Marktplatz mit Rathaus und Erlöserkirche.

Objektivbewertung:

von 5

Wer wegen des Freilichtmuseums nach Detmold kommt, läuft Gefahr, die Stadt selbst zu übersehen bzw. umgekehrt. Diese wirkt nicht spektakulär, hat aber konzentriert in der Innenstadt eine Menge zu bieten – Kommerzielles, Historisches, Feudales, Kulturelles.

Clausthal-Zellerfeld

Clausthal-Zellerfeld

ist zwar klein, aber besonders. Die Harzer Bergstadt (hier fängt vieles aus gutem Grund mit “Berg” an) dehnt sich über mehr als 400 Meter Höhenunterschied aus, ist Ausgangspunkt des Oberharzer Wasserregals (klingt komisch, ist aber Welterbe), ist ziemlich kalt und hat ziemlich viele Studenten – mehr als ein Drittel der Gesamteinwohnerzahl. Bahnanschluss gibt es nicht mehr, dafür eine blaue Holzkirche. Leider auch einiges an Leerstand, was angesichts bunter Holzfassaden besonders traurig ist – tja, falsches Bundesland.

Objektivbewertung:

von 5

In Zeiten der Klimakrise eine Stadt mit Zukunft. Freie Flächen gäbe es auch. Für Naturfreunde liegt der Weltwald bei Bad Grund nicht weit weg, für Wintersportler ist Hahnenklee gleich um die Ecke.

Ballenstedt

Ballenstedt

ist in erster Linie Standort des Schlosses Ballenstedt. Es vereint Barock und Romanik (der ehemaligen Klosterkirche) und liegt oberhalb der Stadt, mit dieser durch eine Allee verbunden, die auch nicht mehr als den Namen “Allee” benötigt. Standesgemäß flaniert man die Allee entlang, bis man in das Stadtzentrum gelangt. Dort steht noch ein Schlossbau, der Oberhof, früher einmal eine Stadtburg.

Objektivbewertung:

von 5

Ballenstedt liegt am nördlichen Ende des Harzes, so etwa zwischen Quedlinburg und Aschersleben. Aber auch nicht direkt dazwischen, so dass man an Ballenstedt vorbei, weil über die Autobahn, fährt. Zumindest außerhalb des Winters ist auch ein Besuch des Schlossparks keine schlechte Idee.

Bad Karlshafen

Bad Karlshafen

ist Barockstadt, Hugenottenstadt, Soleheilbad, Weiße Stadt – alles ist hier möglich. Das kleine Städtchen im alleräußersten Norden Hessens liegt an der Weser und hat seit kurzem auch wieder einen Hafen für kleine Boote. Besucher sehen eine fast weiße Stadt, die zumindest nicht gleich als Kurstadt identifiziert wird. Für Bootsfahrer auf der Weser ist sie ein perfekter Zwischenhalt.

Objektivbewertung:

von 5

Bad Karlshafen ist eine ästhetische Erfahrung. Viel Weiß, drumherum viel Grün. Und Ruhe. Die Bahn fährt auf der anderen Flussseite und nicht nach Hessen. Wer nicht wegkommt, kann in die Therme gehen oder ins Hugenottenmuseum.